Neue Strecke in Neuhaus-Schierschnitz mit Viel Spaß

Mit großer Vorfreude habe ich dem Auftakt der Hard Enduro Series Germany 2026 entgegengefiebert – leider im wahrsten Sinne des Wortes. Rund 14 Tage vor dem Rennen erwischte mich eine ordentliche Erkältung, sodass ich stark angeschlagen an den Start gehen musste.

Trotzdem wollte ich unbedingt fahren. Eine Nullrunde wie 2025 wollte ich auf Biegen und Brechen vermeiden. Vielleicht nicht die klügste Entscheidung, aber für mich persönlich wichtig – schließlich ist es meine letzte Saison in der PRO-Klasse, bevor ich nächstes Jahr offiziell zu den Senioren zähle und mich dann mit den „alten Hasen" messen darf.

Prolog

Der Prolog lief insgesamt ordentlich. Ich bin sauber durchgerollt, lediglich zwei kleine Fehler haben minimal Zeit gekostet. Am Ende fehlten mir nur 13 Sekunden auf die Bestzeit, was Platz 9 bedeutete.

Damit landete ich im Gruppenrennen 1 – ideal für meine Situation, denn so hatte ich etwas mehr Erholungszeit zwischen Vorlauf und Finale. Das sollte sich später noch als sehr wichtig herausstellen.

Gruppenrennen

Endlich wieder einmal Gruppenrennen 1 – und zum Glück hatten wir auch richtig gute Streckenbedingungen. Das spielte mir in meiner körperlichen Verfassung durchaus in die Karten.

Am Start gelang mir sogar der Holeshot, und ich führte das Feld bis in die Sandgrube an. In den engeren Streckenabschnitten nahm ich bewusst etwas Tempo raus, sodass das Feld hinter mir zusammenblieb und ich das Rennen möglichst locker angehen konnte.

Das funktionierte allerdings nur bis zu einer Rechtskurve in der Sandgrube: Dort erwischte ich versehentlich den Leerlauf, verlor die Kontrolle und lag plötzlich im Dreck. Einige Fahrer zogen vorbei – ärgerlich, aber passiert. Kurz danach kam die nächste Auffahrt, an der mehrere Fahrer Probleme hatten. Ich musste meinen ersten Versuch abbrechen weil mir ein anderen Fahrer in die quere kam und wieder runterfahren, kurz warten – um dann im zweiten Versuch einfach hochzufahren. Warum die anderen dort Schwierigkeiten hatten, habe ich nicht verstanden….

Danach fuhr ich mein Tempo weiter, so wie ich es mir vorgenommen hatte – ruhig und kontrolliert, um Kräfte zu sparen. Mein Puls zeigte allerdings etwas anderes: Über 1 Stunde und 40 Minuten lag meine Herzfrequenz im Durchschnitt bei 175, also dauerhaft im Maximalbereich. Deutlich höher als geplant, wenn man eigentlich kraftschonend fahren will.

Das hat mir am Ende doch ordentlich den Stecker gezogen. Zum Glück blieb noch genügend Zeit bis zum Finale. Das Gruppenrennen beendete ich schließlich auf Platz 16, was unter diesen Umständen absolut in Ordnung war.

Finale

Gegen Mittag setzte dann der Regen ein – und zwar ordentlich. Ich war ehrlich gesagt froh, dass das Gruppenrennen nur im Nieselregen stattgefunden hatte. Die Bedingungen waren dort noch richtig gut.

Im Finale startete ich aus Startreihe 16 – so weit hinten wie noch nie. Die Strecke war inzwischen komplett zerfahren und verschlammt, was die zusätzlichen technischen Passagen nicht gerade einfacher machte.

Mein Plan war klar: Erste Runde sauber durchkommen, dann kontrolliert ins Ziel fahren – ruhig, sauber und ohne unnötige Risiken.

Das setzte ich auch genau so um. Am Ende reichte es für Platz 17. Angesichts meiner körperlichen Verfassung war ich damit zufrieden – ein paar wichtige Punkte mitgenommen und das Beste aus der Situation gemacht.

Man merkt allerdings deutlich: Das Leistungsniveau der jungen Fahrer steigt von Jahr zu Jahr. Hut ab, Jungs! Es ist schön zu sehen, wie sich unser Sport immer weiter entwickelt.

Meisterschaftsstand nach 1 von 7 Rennen:

Platz 11 in der PRO-Klasse
Platz 9 im ACE Bikes Prolog Award
Platz 16 in der Championatswertung

Damit kann ich gut leben – jetzt heißt es, bis zum nächsten Lauf in Reetz wieder zu 100 % fit zu werden. Dafür bleiben mir rund 14 Tage.

Danke ans Team

Ein riesiges Dankeschön geht wieder an
mein Team ACE Bikes Lauter,
meine Sponsoren,
meine Familie,
meine Freundin,
meine Fans und alle Unterstützer, die mich auf und neben der Strecke begleiten.

Ebenso ein großes Lob an Denis Günther, das gesamte HESG-Team sowie den MC Isolator für ein tolles und hervorragend organisiertes Rennen.

Sportliche Grüße, Euer Marcel Teucher

#25 – ACE Bikes Lauter

 

Fotos: Motomedia_TB / Tommy Bernhardt