HESG MelzExdrähm 2026 – Platz 15 nach langer Hard-Enduro-Rennpause

Nach rund zweieinhalb Monaten Pause ging es am vergangenen Wochenende endlich wieder mit der HardenduroSeries Germany weiter.

Seit dem letzten Lauf am 27./28. Juni in Reisersberg war es im Rennkalender der HESG ruhig geworden. Am 13. September stand nun mit  dem MelzExdrähm in Meltewitz der nächste Lauf auf dem Programm. Nach der langen Pause freute ich mich vor allem darauf, wieder mit dem Motorrad am Start zu stehen und wichtige Punkte für die Meisterschaft zu sammeln.

Der Prolog lief für mich ordentlich. Mit einer Zeit von 1:58 Minuten konnte ich mir Platz 11 sichern und damit eine gute Ausgangsposition für das Hauptrennen schaffen. Gerade nach der langen Pause war ich damit zufrieden. Keine großen Fehler, ein solider Lauf und eine Startposition, mit der für das Finale einiges möglich war.

3 Stunden – 7 Runden

Das Rennformat beim MelzExdrähm unterscheidet sich etwas von den meisten anderen HESG-Läufen. Für insgesamt sieben Runden standen maximal drei Stunden zur Verfügung. Leider war die Strecke in diesem Jahr für meinen Geschmack
insgesamt sehr leicht gesteckt.
Lediglich zwei bis drei Sektionen boten größere Schwierigkeiten, während der überwiegende Teil der Runde sehr schnell zu fahren war.

Und genau solche Rennen liegen mir bekanntlich nicht besonders. 

Mir fehlen dort einfach die technischen und extremen Passagen, in denen ich meine Stärken ausspielen kann. Gleichzeitig macht mir persönlich ein schnelles Cross-Country-artiges Rennen deutlich weniger Spaß als ein technisch anspruchsvolles Hard Enduro. Gerade in Meltewitz finde ich das besonders schade. Das Gelände rund um den Steinbruch bietet aus meiner Sicht nahezu endlose Möglichkeiten für anspruchsvolle Hard-Enduro-Sektionen.

Ich weiß gleichzeitig sehr zu schätzen, wie viel Arbeit, Zeit und Energie der veranstaltende Verein in ein solches Rennwochenende investiert. Umso mehr würde ich mir wünschen, dass dieses enorme Potenzial zukünftig wieder stärker
genutzt wird und der Charakter eines echten Hard Enduros deutlicher zum Vorschein kommt.

Steinfeld – zwischen guter Linie und Stillstand

Eine der wenigen wirklich entscheidenden Passagen war wieder das bekannte lange Steinfeld im Steinbruch. Hier fühlte ich mich grundsätzlich richtig wohl. Wenn die Strecke „halbwegs" frei war konnte ich die Sektion gut durchfahren und dort meine technischen Stärken nutzen.

Das Problem war allerdings der enorme Stau. Zweimal hatte ich bei der Spurwahl so richtig Pech und geriet mega ungünstig zwischen feststeckende Fahrer, dass praktisch nichts mehr ging. Beide Male musste ich ungefähr 10 bis 15 Minuten warten, bevor ich überhaupt weiterfahren konnte. Bei einem Rennen mit festem Drei-Stunden-Zeitlimit sind 20 bis 30 Minuten Stillstand natürlich brutal viel.

Trotzdem versuchte ich, ruhig zu bleiben und weiter meine Runden abzuspulen. Am Ende wurde es richtig knapp. Ich kämpfte bis zum Schluss darum, die volle Rundenzahl von 7 Runden innerhalb des Zeitlimits zu schaffen. Doch die verlorene
Zeit im Steinfeld konnte ich leider nicht mehr vollständig aufholen.

Nur acht Minuten zu spät überquerte ich die Ziellinie für die volle Rundenzahl.
Damit fehlte am Ende nicht viel – aber beim vorgegebenen Zeitlimit gibt es eben keinen Spielraum.
In der Tageswertung bedeutete das für mich Platz 15.

Natürlich ärgert es mich, wenn ich daran denke, wie viel Zeit allein durch die beiden Staus verloren gegangen ist. Aber genau das gehört beim Hard Enduro eben auch dazu. Spurwahl, Verkehr und manchmal schlicht etwas Glück oder Pech können über mehrere Positionen entscheiden.

Auch wenn ich mit dem Charakter der Strecke nicht wirklich glücklich war und durch die verlorene Zeit etwas mehr möglich gewesen wäre, nehme ich aus Meltewitz trotzdem etwas Positives mit.
Mit Platz 15 konnte ich weitere wichtige Punkte sammeln und mich in der PRO-Klassenwertung auf Platz 9 verbessern.

Gerade mit Blick auf meine letzte Saison in der HESG-PRO-Klasse ist das für mich ein schöner Zwischenstand. Nach zweieinhalb Monaten ohne HESG-Rennen war es außerdem einfach gut, wieder mit den Jungs vom Team im Fahrerlager zu stehen, Rennluft zu schnuppern und gemeinsam eine geile Zeit zu haben. Die Jungs haben mich als fast Enduro Rentner immer gut gepusht und angefeuert. Das Ergebnis ist solide –auch wenn solche schnellen Rennen weiterhin nicht meine große Liebe werden. 
Jetzt heißt es in Schwepnitz zum Finale nocheinmal einen guten Abschluss zu finden.
Ich hoffe natürlich, dass dort wieder ein paar mehr Steine, Auffahrten und technische Herausforderungen auf uns warten. 

Wie immer ein großes Dankeschön an ACE Bikes Lauter, meine Sponsoren und Partner für die Unterstützung und das perfekt vorbereitete Motorrad sowie alle, die mich vor Ort oder von zu Hause aus unterstützen.

Danke für euren Support! 

Fotos: Michel238pic/Michel Kuchel