Nach einer langen und abwechslungsreichen Saison stand mit dem letzten Lauf der HardenduroSeries Germany in Schwepnitz das große Saisonfinale auf dem Programm.
Für mich war es gleichzeitig ein ganz besonderes Rennen. Nach mehreren Jahren in der PRO-Klasse sollte es mein letzter Start in dieser Wertung werden, bevor ich im kommenden Jahr zu den Senioren wechsle.
Nach dem vorangegangenen Rennen in Meltewitz lag ich auf Platz 9 der PRO-Gesamtwertung. Nach vorne war in der Meisterschaft nicht mehr viel möglich, nach hinten konnte ich allerdings noch einige Plätze verlieren. Entsprechend war die Zielsetzung für das Finale klar: keine unnötigen Risiken eingehen, einen Ausfall vermeiden und die Saison mit einem ordentlichen Ergebnis abschließen.
Natürlich wollte ich dabei auch noch einmal richtig Spaß auf dem Motorrad haben.
Der Prolog lief leider nicht ganz so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Mit einigen unnötigen Fehlern ließ ich zu viel Zeit liegen und konnte nicht die Leistung abrufen, die eigentlich möglich gewesen wäre. Am Ende reichte es lediglich für Platz 14 im ACE Bikes Prolog Award. Damit war auch klar, dass ich im zweiten Gruppenrennen an den Start gehen musste. Natürlich hatte ich mir für meinen letzten PRO-Auftritt einen etwas besseren Einstieg gewünscht. Aber der Prolog war abgehakt und der Fokus lag bereits das kommende Rennen.
Für das zweite Gruppenrennen hatte ich mir eine ganz klare Strategie zurechtgelegt: so kraftsparend wie möglich fahren und mich unter den ersten zehn Fahrern für das Finale qualifizieren.
Keine unnötigen Sprints, keine riskanten Überholmanöver und vor allem keine zusätzlichen Kraftreserven verschwenden, die ich später noch brauchen könnte. Also fuhr ich von Beginn an bewusst kontrolliert, suchte mir saubere Linien und versuchte, möglichst fehlerfrei durch das Rennen zu kommen.
Auch wenn es manchmal schwerfällt, sich im Rennmodus zurückzuhalten, funktionierte diese Strategie ziemlich gut. Mit Platz 10 erreichte ich genau das, was ich mir vorgenommen hatte, und sicherte mir damit die Teilnahme am Finale. Mehr musste es an dieser Stelle auch gar nicht sein.
Im Finale ging es für mich in erster Linie darum, die Meisterschaftswertung abzusichern. Ein Ausfall oder eine Nullrunde hätte mich in der Gesamtwertung noch einige Plätze kosten können. Gleichzeitig gab es nach vorne kaum noch Möglichkeiten, entscheidend Boden gutzumachen.
Deshalb wollte ich auch hier keine unnötigen Risiken eingehen.
Einfach meinen eigenen Rhythmus fahren, möglichst sauber durch die schwierigen Passagen kommen und das letzte Rennen der Saison genießen. Und genau das habe ich gemacht.
Anstatt mich auf irgendwelche unnötigen Zweikämpfe einzulassen oder mit Gewalt noch ein paar Sekunden herauszuholen, konzentrierte ich mich auf mein eigenes Rennen.
Das bedeutete natürlich nicht, dass ich gemütlich durch die Gegend gefahren bin. Aber ich wollte das Motorrad und mich selbst heil ins Ziel bringen und dabei keine Fehler provozieren, die am Ende das gesamte Saisonergebnis gefährden könnten.
Was dieses Finale außerdem zu etwas Besonderem machte, waren die unzähligen Zuschauer und die großartige Stimmung an der Strecke. Es ist einfach immer wieder beeindruckend, wie viele Menschen sich für unseren Sport begeistern, an den schwierigen Passagen mitfiebern und uns Fahrer lautstark unterstützen. Gerade bei einem Saisonfinale macht diese Atmosphäre noch einmal richtig Laune.
Am Ende überquerte ich auf Platz 19 die Ziellinie und hatte damit mein persönliches Tagesziel erreicht.
Keine Nullrunde, wichtige Meisterschaftspunkte und vor allem noch einmal jede Menge Spaß auf dem Motorrad!
Saisonabschluss – Platz 9 in der PRO-Klasse
Mit dem Ergebnis aus Schwepnitz war die HESG-Saison 2026 schließlich Geschichte.
Und auch wenn im Laufe des Jahres nicht immer alles nach Plan gelaufen ist, kann ich mit dem Endergebnis wirklich zufrieden sein.
Meine Platzierungen in den drei Gesamtwertungen:
Besonders der neunte Platz in der PRO-Klasse ist für mich ein schöner Abschluss.
Die Leistungsdichte ist in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen. Gerade die jungen Fahrer sind mittlerweile unglaublich schnell und bringen ein Tempo mit, bei dem man sich in jedem Rennen ordentlich strecken muss.
Dazu kam, dass meine Saison auch in diesem Jahr nicht immer ganz reibungslos verlief. Krankheit, Verletzungen und die Herausforderung, Beruf, Familie und Training unter einen Hut zu bekommen, haben die Vorbereitung nicht gerade einfacher gemacht. Trotzdem konnte ich über die gesamte Saison hinweg regelmäßig Punkte sammeln und mich in der PRO-Klasse unter den ersten zehn Fahrern behaupten. Darauf bin ich durchaus stolz.
Natürlich gab es auch Rennen, bei denen deutlich mehr möglich gewesen wäre. Aber genauso gehören Fehler, schwierige Tage und manchmal auch einfach etwas Pech zu unserem Sport. Entscheidend ist für mich, dass ich immer wieder am Start stand, weitergekämpft und das Beste aus den jeweiligen Situationen gemacht habe. Ein großes Dankeschön an mein Team und meine Sponsoren.
Zum Saisonabschluss möchte ich mich ganz besonders bei meinem Team ACE Bikes Lauter bedanken.
Was die Jungs über das gesamte Jahr hinweg geleistet haben, ist alles andere als selbstverständlich. Egal ob bei der Vorbereitung der Motorräder, bei technischen Problemen, im Fahrerlager oder direkt an der Strecke – ich konnte mich jederzeit auf euch verlassen.
Ihr habt mir damit ermöglicht, mich bei den Rennen voll und ganz auf das Fahren zu konzentrieren. Und auch abseits der Rennstrecke hatten wir gemeinsam wieder jede Menge Spaß.
Ein ebenso großes Dankeschön geht an alle meine Sponsoren und Partner, die mich auch in dieser Saison unterstützt und mir die Teilnahme an den zahlreichen Rennen und Veranstaltungen ermöglicht haben.
Ohne eure Unterstützung wäre das alles in dieser Form nicht möglich.
Natürlich möchte ich mich auch bei meiner Familie, meiner Freundin, meinen Freunden und allen bedanken, die mich das ganze Jahr über begleitet, angefeuert und unterstützt haben.
Und nicht zuletzt ein großes Dankeschön an das gesamte Organisationsteam der HardenduroSeries Germany, die veranstaltenden Vereine und alle freiwilligen Helfer. Ihr investiert unglaublich viel Zeit und Arbeit, damit wir unserem Sport nachgehen können. 2027 – die jungen Wilden dürfen unter sich bleiben!
Mit Schwepnitz endet für mich nicht nur die HESG-Saison 2026, sondern gleichzeitig auch meine Zeit in der PRO-Klasse. In den vergangenen Jahren konnte ich mich mit vielen unglaublich schnellen Fahrern messen, zahlreiche Erfahrungen sammeln und mich sportlich immer wieder neuen Herausforderungen stellen.
Aber irgendwann muss man auch einsehen, dass die jungen Hüpfer nicht langsamer werden. Deshalb werde ich im kommenden Jahr in der Seniorenklasse an den Start gehen und mich dort mit Fahrern meiner eigenen Altersklasse messen.
Das bedeutet allerdings nicht, dass ich es zukünftig gemütlicher angehen lassen möchte. Der Ehrgeiz ist nach wie vor vorhanden und die Freude am Hard Enduro sowieso.
Vielleicht muss ich mich dann nur nicht mehr ganz so oft über die jungen Wilden ärgern.
Mit Platz 9 in der PRO-Klasse verabschiede ich mich jedenfalls mit einem Ergebnis, mit dem ich wirklich zufrieden bin.
Eine tolle Saison, ein gelungener Abschluss und jede Menge Vorfreude auf das, was 2027 kommt!
Vielen Dank an alle, die ein Teil davon waren. Wir sehen uns an der Strecke!
Fotos: Michel238pic/Michel Kuchel